So

01

Aug

2010

Alice Springs, Kings Canyon, Kata Tjuta und Ayers Rock

Ein freundliches G´Day (typisch australische Begrüßung) zu unserem letzten Eintrag hier aus Australien.

Aus Melbourne ging es am Dienstagmorgen um kurz nach 6 vom Flughafen Melbourne – Tullamarine mit Tiger Airways nach Alice Springs. Dies war der mit großem Abstand günstigste Anbieter, wenn auch einer der Wenigen. Nach ca. 2,5 Stunden Flug kamen wir mit nahezu gebrochenen Beinen (Beinfreiheit in den Billig-Fliegern nicht vorhanden) mitten im australischen Kontinent und Outback an.

Zu Alice Springs an sich lässt sich eigentlich nicht viel sagen, da die Stadt super langweilig ist. Sie scheint nur als Ausgangspunkt oder Zwischenstation für Ausflüge Richtung Nordküste oder Südküste Australiens oder weiter ins Landesinnere, also Ayers Rock, Kings Canyon usw. zu dienen. Selbst unser Hostel war das mit Abstand mieseste in unserer Zeit hier. Dreckig, kein Service, vieles Kaputt und teilweise einfach nur widerlich…

Daher geht es direkt weiter am Mittwochmorgen, als unser 3 Tage/ 2 Nächte Ausflug begann. Mit 19 anderen, zum Großteil auch Backpacker, und einem Guide fuhren wir mit einem Kleinbus samt Anhänger weiter ins Zentrum des roten Kontinents. Da es in diesem Jahr so viel geregnet hat wie seit Aufzeichnungsbeginn nicht mehr, war jedoch vieles von dessen roter Farbe mit grün bedeckt. Das Land ist so extrem rot, da es super viel Eisen in sich trägt und in Kombination mit fallendem Regen oxidiert. Daher ist die rote Farbe eigentlich nur Rost, der Großteile des Kontinents überzieht. Nach geschätzten 2 Stunden erreichten wir den Kings Canyon, der nicht nach einem Monarchen benannt ist, sondern soweit ich mich erinnere nach einem Geldgeber für die Entdeckungsmission. Stefan und Ich waren bisher noch nie in einem Canyon. Daher fiel unsere Begeisterung für die riesigen, endlos tiefen Schluchten wohl noch größer aus. Beeindruckend! Auf den insgesamt 6 Kilometern der Wanderung über Stock und Stein fiel besonders der Garten Eden, ein in mitten der Schlucht gelegener See samt grüner Pflanzen, der sehr stark an die Phantasievorstellungen des biblischen Garten Eden erinnert, besonders auf und stellte das Highlight dar. Zwar war der Kontrast zum rot der Felsen und Steine durch das überdurchschnittlich viel vorhandene Grün nicht ganz so krass, jedoch befand unser Guide den Canyon dadurch noch kontrastreicher, schöner und außergewöhnlicher. Er muss es ja wissen… Gegen Abend fuhren wir dann in unser Nachtlager, was eigentlich nur eine Feuerstelle und eine aufgespannte Zeltplane war. Wir hatten das volle Outback Feeling gebucht, und das bekamen wir auch. Wir schliefen, nach ein paar Stunden am Lagerfeuer, auf dem Boden in so genannten Swags und Schlafsäcken. Anfangs befürchteten wir, es könne kalt darin sein, jedoch war eher das Gegenteil der Fall. Die Kombination aus beidem machte die Nacht super warm, lediglich der Regen störte und somit zogen alle unter die Plane.

Der nächste Tag war super voll gepackt, wir besuchten Salzseen, einen kleineren Ayers Rock und letztendlich Kata Tjuta, eine Ansammlung von 34 (glaube so viele waren es) Steinen wie Ayers Rock. Wir wanderten durch sie knappe 7 Kilometer hindurch. Hier wurde uns vom Guide auch die Aboriginie Theorie der Entstehung dieser Gegend und von Ayers Rock anhand plastischer Modelle im Wüstensand erzählt.

Am Abend sahen wir dann zum ersten Mal das Wahrzeichen Australiens, den Ayers Rock (oder Uluru in der Aboriginie Sprache, was missverständlich aber nicht den Fels bedeutet sondern eine Höhle in der ein Fabelwesen lebt oder das Wesen an sich. Dieses Missverständnis entstand, als die ersten weißen Entdecker Ayers Rock sahen und drauf deuteten und erfragten, wie der Name der Aboriginies dafür laute, die aber dachten er zeige auf die Höhle).

Eigentlich sollten wir das Farbschauspiel bei Sonnenuntergang beobachten können, leider wurde uns durch die Wolkendecke ein Strich durch die Rechnung gemacht.

Auch die 2 Nacht wurde unter Sternenhimmel verbracht, dieses Mal auch ohne Regen und ohne Dach über dem Schlafsack. Also Sicht frei auf die Sterne, die hier im Outback, ohne Lichter der Stadt, besonders klar herüber kommen.

Am letzten Tag sahen wir am Morgen den Sonnenaufgang hinter Ayers Rock, besichtigten ein Aboriginie Kultur Zentrum, wanderten 10 Kilometer um den Fels einmal herum und besuchten noch eine Kamelfarm auf der Heimfahrt. Am Mittag gegen 16.00 kamen wir dann wieder in Alice Springs glücklich, wenn auch etwas erschöpft, an. Nach einer weiteren Nacht hier flogen wir am nächsten Abend dann per Tiger Airways zurück nach Melbourne.

 

Wir hatten uns ja von Anfang an vorgenommen Fraser Island und die Whit Sundays zu besuchen, der 3 Tage-Trip zu Ayers Rock usw. kam erst etwas später hinzu. Wir sind jedoch super froh dies getan zu haben, da man diese riesigen Felsen in Mitten einer endlos scheinenden flachen Ebene einfach gesehen haben muss und sie irgendwie symbolisch für Australien stehen. Dies war somit ein unbeschreiblich toller Ausflug und Abschluss unserer fast 5 Monate in Down Under.

 

Das war es somit auch mit unserem Blog. Diesem Eintrag wird zu großer Wahrscheinlichkeit nichts mehr folgen... außer wir stürzen beim Heimflug auf der Lost- oder Robinson Crusoe Insel ab; dann folgen weitere spannende Episoden, soweit wir dort Internet Anschluss finden. Spaß beiseite, wir hoffen man hatte etwas Spaß beim Lesen unserer Einträge und konnte sich, auch durch die Bilder, einen kleinen Eindruck von unseren 5 Monaten hier in Australien machen. Letztendlich kann man solch eine Tour jedem empfehlen, soweit er die Zeit und das nötige Startkapital dafür aufbringen kann. Man sieht oder schreibt sich somit in Deutschland, Stefan und Holger!

mehr lesen 2 Kommentare

Fr

23

Jul

2010

Melbourne und die Great Ocean Road

Zum vorletzten Mal melden wir uns hier aus Australien, dieses mal aus Melbourne. Und vorne weg eines, Melbourne ist unsere Stadt No1 in Down Under!

Im Vergleich zu Sydney nicht ganz so voll gepackt und im Zentrum konzentriert, auch nicht ganz so hektisch. Irgendwie etwas relaxter, und das obwohl es auch fast 4 Millionen Einwohner hat. Aber nun von Anfang an.

Mit dem Zug haben wir die Hauptstadt Victorias am Morgen erreicht. Und direkt am ersten Tag gab es ein weiteres Highlight in Australien: Unser wohl bestes Hostel auf unserer gesamten Tour. Freies Frühstück, gemütliche 4er-Zimmer, super Sanitäre Anlagen, eine große Küche, freien Kaffee, Tee, Nudeln usw. Es hat schon etwas von einem Hotel, bei einem Preis pro Nacht von 20 Dollar (ca. 14 Euro). Ach ja, es heißt Urban Central, ist mehrfacher Preisträger. Sollte jemand also nach Melbourne gehen und dort günstig schlafen wollen, tadaaaa!

Die folgenden Tage haben wir Melbournes Zentrum und einige Teilorte erkundet, unter anderem St. Kilda, welches direkt am Meeresarm liegt und super Strände zu bieten hat, den Norden mit dem Queen Victoria Markt, welches der größte Markt der südlichen Hemisphäre ist, und den Südosten, indem sich riesige Parks sowie fast alle Stadien Melbournes befinden. Unter anderem auch das Australian Open Tennis Stadion (Name vergessen) oder das MCG, welches 100.000 Zuschauern Platz bietet. Wir liefen auch über Teile der Formel 1 Strecke, welche sich um den Albert Park See schlängelt und somit einen Stadtkurs bildet.

Da wir uns fest vorgenommen hatten ein Sportevent in Australien zu besuchen war ein Spiel der Australischen Football Liga genau das richtige. Ein typischer Australischer Sport. Am besten kann man es damit beschreiben, dass es vor 150 Jahren entstand, um die Cricket Spieler fit durch den Winter zu bringen und sehr viel von Rugby hat. Ein Vollkontaktsport einfach, bei dem der ballbesitzende Spieler Freiwild darstellt und oftmals recht hart umgetackelt wird. Stimmungsmäßig kann es im Stadion zwar keinesfalls mit Fußball mithalten, aber eine Erfahrung war es allemal wert.

Da wir ja kein Auto mieten konnten mussten wir einige kleinere, unbedeutendere Attraktionen um Melbourne streichen. Was wir aber keinesfalls missen wollten, war ein Tagestrip zur berühmten Great Ocean Road.

Die von aus dem ersten Weltkrieg zurück kehrenden Soldaten als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme errichtete Straße entlang Victorias Küste ist mittlerweile eine der größten Attraktionen des Landes. Entlang wunderschöner Küstenlinien, steiler Klippen schroffer, von Wind und Wasser geschliffenen Felsen und teilweise kleiner Regenwäldern führt die Straße auch zu den 12 Aposteln. Riesige, aus Sandstein geschwemmten Steinformationen, die mitten im Meer stehen und für Aboriginies einen Wallfahrtsort darstellen. Unglaublich einfach. Auch sahen wir bei diesem Trip hunderte, wilder Papageien, die sich bei mir sogar auf den Armen nieder ließen und Koalas, die sich nicht in Gefangenschaft befanden. Jedoch sind sie auch in Freiheit genau so träge und benebelt durch die Eukalyptusdämpfe wie in Gefangenschaft.

Am Dienstag geht es dann für 5 Tage noch nach Alice Springs bzw. zum Ayers Rock, wovon wir euch dann das voraussichtlich letzte Mal schreiben, bevor wir wieder nach Deutschland zurück kehren werden. Bis denne!

mehr lesen 0 Kommentare

Mi

14

Jul

2010

Sydney und die Blue Mountains

 …nun aus Sydney! Hallo zusammen. Nachdem wir euch das letzte Mal im Flugzeug auf dem Weg nach Sydney geschrieben haben, sind wir mittlerweile schon fast wieder weg hier. Jedoch waren wir auch 14 Tage in dieser wunderschönen Stadt, die wir heute Abend mit dem Zug in Richtung Melbourne verlassen werden. Am Flughafen angekommen fanden wir nach einigem warten den Shuttle-Bus zu unserem Hostel direkt im Zentrum Sydneys, direkt neben der Townhall (Rathaus). Unser Zimmer für die 2 Wochen war ein 10er Dorm, also ein Raum mit 5 Stockbetten. Was sich ziemlich vollgestopft anhört ist für Backpacker eher der Normalzustand. Zumal wir hier mit unseren Mitbewohnern die meiste Zeit Glück hatten. Zu Beginn der Zeit in Australiens größter Stadt haben wir uns direkt auf die bekanntesten Highlights gestürzt. Das Opera-House und die Harbour-Bridge, sowie die Stadt an sich im Zentrum und den ältesten Stadtteil Sydneys (The Rocks). Was soll man sagen, einfach wunderschön. Hierzu sagen Bilder mehr als 10000 Worte. Das Wetter hier war leider bei weitem nicht wie in Cairns oder gar in Deutschland (teilweise 15-18 Grad am Tag und nachts 5-10 Grad).Fast immer war es bewölkt oder sogar regnerisch, aber damit mussten wir rechnen, als wir Sydney auf unserer Route für in deren Winter gelegt haben. In Chinatown haben wir uns zurück nach Singapur gesetzt gefühlt, aßen dort asiatische Gerichte und besuchten einige der zahlreichen Märkte. Wir waren in den Regierungsgebäuden vom Staat New South Wales, besuchten den botanischen Garten und die Hafenanlagen. Im Fischmarkt wunderten wir uns über die zahlreichen Fischsorten und Stefan probierte seine erste Auster. Sein Urteil: Yummy, Yummy. Ein weiterer, super Vorteil den solch eine Stadt wie Sydney zu bieten hat war das offizielle FIFA-Fanfest, welches nur in 5 oder 6 Städten weltweit (unter anderem auch Berlin) ausgetragen wird. Hierbei werden alle Spiele der WM auf 3 riesigen Leinwänden übertragen und für viel Rahmenprogramm gesorgt. Dort wurden wir Zeuge zahlreicher Spiele, natürlich auch aller deutschten Begegnungen und des Finales. Besonders das Argentinienspiel blieb in besonderer Erinnerung!!! Nicht nur wegen der Höhe und der Art des Sieges sondern auch weil Stefan und ich „des Platzes verwiesen wurden“. Wir wollten nicht wahr haben dass wir unser Bier in Flaschen nicht aufs Gelände schmuggeln dürfen. So haben wir das Spiel von einer Treppe hinterm Gelände, auch auf diesen Leinwänden, zusammen mit geschätzten 10000 Reiseverkehrskaufleuten, die einen feuchtfröhlichen Jahresabschluss feierten, gesehen. Da wir das Spiel von dort aber perfekt sehen konnten, war der Platzverweis halb so wild. Beim Spiel um Platz 3 waren wir dann sogar Gast im australischen Fernsehen, als wir vom Kameramann hinterm Moderator platziert wurden, um den Hintergrund mit Fussballfans zu füllen. Lediglich die Uhrzeit während der gesamten Weltmeisterschaft, meist morgens um 4, war etwas gewöhnungsbedürftig. Ach ja, auf diesem Wege auch noch mal herzliche Grüße an das Orakel Oktopus Paul. Über ihn spricht scheinbar die ganze Welt. Wobei sein Wärter ihm doch etwas mehr Futter in die Schale Deutschlands beim Spieltip gegen Spanien hätte packen sollen. Vielleicht hätten wir dann Spanien augeschaltet. Neben all dem Stadtbegutachten und Fussball schauen haben wir auch ein wenig mit unseren Mitbewohnern gefeirt und das örtliche Aquarium, den Wildlife-Park sowie den Tower (höchstes Gebäude in Sydney) besucht. Besonders die beiden Tierattraktionen wollen wir hierbei hervor heben. Hiernach hatten wir ALLE Tiere bis auf eins gesehen, die uns noch auf unserer Australientour gefehlt haben. Lediglich das Schnabeltier hatte sich irgendwo hinter einer Wurzel oder Stein versteckt und wollte auch nach längerem Warten nicht heraus kommen. Dafür waren die Koalas für ihre Verhältnisse unglaublich aktiv. Wir konnten sogar einen beim Essen begutachten. Normalerweise schlafen Koalas 18 Stunden am Tag und hängen die restliche Zeit faul am Baum herum und essen ein wenig. Sehr gemütliche Tiere, neben den Pinguinen aber auf jeden Fall unser Highlight was die Tierwelt angeht. Die Kängurus hier in Gefangenschaft hatten einige menschliche Züge angenommen und lagen auf ihren Armen abgestützt mehr herum als dass sie sich bewegten. Die hatten wir ja aber auch schon in der Wildnis live in Bewegung gesehen. Im Aquarium sahen wir dann noch die restliche Tierwelt aus den Flüssen und den Meeren in und um Australien, was unter anderem Haie, Rochen, Schildkröten, Seekühe, jegliche Fische, Seepferdchen und viele weitere Wasser liebende Tiere waren. Am letzten Tag hier in Sydney wandelten wir noch auf Charles Darwins Spuren, zumindest liefen wir auf den gleichen Wegen, indem wir einen Tagestrip in die Blue Mountains unternahmen. Dort war Darwin nämlich im 19 Jahrhundert auch unterwegs. Nach einer einstündigen fahrt kamen wir in Sydneys Hausgebirge an. Höhentechnisch sind die Berge verglichen mit den Alpen eher klein, jedoch mindestens gleich schön. Tiefe Schluchten umrahmt von riesigen Wäldern, vielen Flüssen und Wasserfällen bilden hier die im Weltkulturerbe stehenden Nationalparks. Zum Abschluss mussten wir unsere geplante, weitere Route leider ändern, da wir hier kein Auto für die Fahrt nach Melbourne bekamen. Daher fahren wir am Mittwoch (heute) mit dem Zug über Nacht nach Melbourne und werden dort versuchen mit einer Reisegruppe eine Tour zur Great Ocean Road zu unternehmen und die Stadt zu besichtigen. Bevor wir Anfang August dann zurück nach Deutschland kommen, werden wir von dort auch noch 5 Tage ins Outback fliegen um Ayers Rock und Alice Springs zu besuchen. Soweit war es das von uns. Der nächste Blogeintrag folgt dann aus Melbourne.

mehr lesen 0 Kommentare

....mehr unter "Blog"